Georgien

    Georgien

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    Geographie

    Die Republik Georgien gehört zu den kaukasischen Ländern und grenzt
    im Westen an das Schwarze Meer, im Norden und Nordosten an Russland, im Osten und Südosten
    an Aserbaidschan und
    im Süden an Armenien und die Türkei. Mit einer Fläche von 69 700 km²
    ist das Land etwas kleiner als Österreich. Zu Georgien gehören die drei
    Autonomen Republiken Abchasien, Adscharien und Südossetien, die die
    Loslösung von Georgien fordern, aber nicht als souveräne Staaten
    anerkannt sind.

    Ein Großteil Georgiens ist gebirgig. Im Norden bildet der
    Hauptkamm des Großen Kaukasus die Grenze zum benachbarten Russland. Der
    höchste Gipfel auf georgischem Territorium ist der Schara mit 5 201 m,
    zweithöchster der erloschene Vulkan Kasbek mit 5 033 m. Im Süden des
    Landes verläuft der Kleine Kaukasus, der auf georgischem Gebiet Höhen
    bis etwa 3 000 m erreicht. Das Suramigebirge verbindet den Kleinen und
    den Großen Kaukasus. Zwischen diesen beiden liegt die transkaukasische
    Senke mit der Kolchischen Tiefebene. Zahlreiche Flüsse durchziehen die
    Senke, unter ihnen die Kura (georgisch: Mktvali) als längster Fluss
    Georgiens (Gesamtlänge 1 364 km, auf georgischem Gebiet ca. 350 km) und
    der Rioni.

    Die Hauptstadt Tiflis (georgisch: Tbilissi) liegt im Osten des
    Landes an der Kura.

    Klima

    An Georgiens Schwarzmeerküste und in den küstennahen Regionen
    herrscht subtropisches Klima. Die mittlere Januartemperatur liegt bei 4
    °C, im Juli bei 30 °C. Die jährliche Niederschlagsmenge liegt zwischen
    1 000 mm in den tiefer gelegenen Regionen und 2 000 mm an den
    Westhängen der Gebirge.

    Im östlichen Landesteil dominieren kontinentale Klimaeinflüsse.
    Die jährliche Niederschlagsmenge ist geringer (ca. 500 mm). Die
    mittlere Januartemperatur liegt um den Gefrierpunkt, die Temperaturen
    können bis auf -23 °C fallen. Die mittlere Julitemperatur liegt bei
    über 30 °C, häufig werden bis 40 °C erreicht.

    Flora und
    Fauna

    Knapp 40 % der Landesfläche Georgiens sind bewaldet. Je nach Region
    und Höhenlage unterscheiden sich die Baumarten. Der Laubwald in den
    Bergregionen mit Eichen, Kastanien und Buchen geht ab einer Höhe von
    ca. 1 900 m in Nadelwald über; hier dominieren Fichten, Tannen und
    Kiefern. Oberhalb von ca. 2 200 m wachsen alpine Matten. In der
    Kolchischen Tiefebene finden sich subtropische Arten wie Zypressen,
    Eukalyptus, Bambus und Zitrusbäume. Im östlichen Teil gibt es
    Trockenwälder mit Pistazien und Wacholder. An den Flussläufen finden
    sich Sumpflandschaften. Viele der insgesamt rund 13 000 Pflanzenarten
    auf georgischem Gebiet sind endemisch und kommen nur hier vor.

    Die Wälder Georgiens bieten einer Vielzahl von Tieren einen
    geeigneten Lebensraum. In den Gebirgen leben z.B. Braunbären, Wölfe,
    Luchse, Gämsen, Bezoarziegen, Steinböcke und der Kaukasische Auerochse.
    Typische Vogelarten der Gebirgswelt sind z.B. der Kaspische Bergfasan
    und Gänse- und Lämmergeier. In den tieferen Regionen leben Rehe, der
    Kaukasische Hirsch (Mamal), Wildschweine und Eichhörnchen.

    Bevölkerung

    Insgesamt leben rund 4,68 Millionen Menschen in Georgien. Rund 70 %
    von ihnen sind Georgier (überwiegend Anhänger der christlich-orthodoxen
    Kirche), ca. 8 % Armenier, jeweils 6 % Russen und Aserbaidschaner, halb
    so viele Osseten und knapp 2 % Abchasen.

    Nach der Unabhängigkeitserklärung Georgiens 1991 kam es zu
    teilweise bewaffneten Konflikten zwischen der Zentralregierung und
    einigen Minderheiten, die die Loslösung ihrer Gebiete von Georgien
    forderten. Die westkaukasischen Abchasen, die überwiegend Muslime sind,
    leben im Nordwesten Georgiens und gründeten dort 1992 eine Autonome
    Republik (rund 525 000 Einwohner) mit der Hauptstadt Suchumi. Ein
    Großteil der Georgier, die bis zu diesem Zeitpunkt rund die Hälfte der
    Bevölkerung in diesem Gebiet stellten, floh aus diesem Landesteil. Die
    georgische Zentralregierung in Tiflis lehnt die Forderung nach
    Unabhängigkeit der Autonomen Republik Abchasien ab.

    Die Autonome Republik Adscharien mit der Hauptstadt Batumi liegt
    im Südwesten Georgiens. Die rund 377 000 Bewohner, zur überwiegenden
    Mehrheit Adscharen, sind meist sunnitische Muslime.

    Die Autonome Region Südossetien (gut 85 000 Einwohner) mit der
    Hauptstadt Zchinwali, in der fast die Hälfte der Bevölkerung lebt,
    liegt im Zentralkaukasus und strebt eine Vereinigung mit Nordossetien
    an, das zu Russland gehört. Die Osseten, die hier einen
    Bevölkerungsanteil von rund 66 % haben, sind ein iranisches Volk und
    überwiegend Anhänger des orthodoxen Christentums.

    Rund 90 % der Gesamtbevölkerung Georgiens leben in der
    transkaukasischen Senke, davon mehr als 60 % in Städten. Die mit
    Abstand größte Stadt des Landes ist die Hauptstadt Tiflis (Tbilissi)
    mit rund 1,25 Millionen Einwohnern (Agglomeration), das entspricht über
    einem Viertel der Gesamtbevölkerung. Weitere große Städte sind Kuataisi
    (rund 185 000 Einwohner), Rustawi (116 400), Batumi (rund 121 800) und
    Suchumi (etwa 82 000).

    Die Amtssprache ist Georgisch, neben Russisch werden auch die
    Sprachen der anderen Volksgruppen gesprochen.

    Die mittlere Lebenserwartung liegt bei 76 Jahren, das
    Bevölkerungswachstum ist auf Grund der Abwanderung negativ (-0,35 %).
    Für Kinder zwischen sechs und 14 Jahren besteht Schulpflicht. Die
    Alphabetisierung ist mit 99 % sehr hoch.

    Politisches
    System

    Georgien ist eine parlamentarische Demokratie. Staatsoberhaupt ist
    der für eine Amtszeit von fünf Jahren direkt vom Volk gewählte
    Staatspräsident (Giorgi Margwelaschwili, seit November 2013). Der
    Premierminister wird vom Parlament gewählt (Irakli Gharibaschwili, seit
    November 2013).

    Die Legislative liegt beim Parlament (Sakartwelos Parlamenti),
    das aus einer Kammer mit 150 Sitzen besteht. Die Abgeordneten werden
    vom Volk für eine Amtszeit von vier Jahren gewählt. Die wichtigste
    Parteien sind das Bündnis Georgischer Traum, die Vereinte Nationale
    Bewegung, die Vereinte Opposition, die Arbeitspartei und die
    Christlich-Demokratische Partei.

    Georgien ist in neun Distrikte, einen Hauptstadtdistrikt und eine
    autonome Republik (Adscharien) unterteilt. Abchasien und Süd-Ossetien
    sind faktisch außerhalb georgischer Kontrolle.

    Wirtschaft

    Bis 1991 war Georgien eine der wohlhabendsten Sowjetrepubliken. Nach
    der Unabhängigkeit und dem Zusammenbruch der Märkte des Ostblocks stand
    die Wirtschaft des Landes am Rande des Ruins. Hinzu kamen die
    bürgerkriegsähnlichen Zustände in den abtrünnigen Landesteilen und der
    Krieg zwischen Georgien und Russland 2008. Besonders betroffen war die
    Industrie. Heute verzeichnet das Land wieder hohe Wachstumsraten.
    Trotzdem leiden große Teile der Bevölkerung, insbesondere in den
    ländlichen Gebieten, unter Armut, Unterbeschäftigung und
    Arbeitslosigkeit.

    Die Landwirtschaft verliert zunehmend an Bedeutung; 2006 wurden
    hier nur noch 9 % des Bruttoinlandsprodukts (BIP) erwirtschaftet. Die
    wichtigsten agrarischen Nutzflächen liegen in der transkaukasischen
    Senkungszone und in der Kolchis. Für den Export werden vor allem Tee
    (als Sowjetrepublik deckte Georgien über 90 % des russischen Bedarfs),
    Wein, Zitrusfrüchte und Gemüse angebaut. Für die Zucht von Seidenraupen
    werden Maulbeerbäume gezogen. Den Bedarf an Grundnahrungsmitteln kann
    die Landwirtschaft nicht decken, diese müssen importiert werden. Auch
    die Viehhaltung (Schafe, Ziegen) hat Bedeutung.

    Seit 2004 ist ein deutlicher Aufwärtstrend in anderen Bereichen
    zu beobachten: Vor allem der Dienstleistungs- und Bankensektor wie auch
    das Baugewerbe gewinnen zunehmend an Bedeutung. Der Anteil der
    Dienstleistungen am BIP lag 2012 bei 68 %, der der Industrie bei 23 %.

    An Bodenschätzen verfügt Georgien über Vorkommen an Steinkohle,
    Kupfer, Baryt, Zink, Erdöl und Erdgas und vor allem Mangan. Der
    Energiebedarf des Landes kann durch eigene Rohstoffe nicht gedeckt
    werden. Viele Betriebe der Schwerindustrie, die unter sowjetischer
    Führung entstanden waren, mussten in der ersten Hälfte der 1990er Jahre
    auf Grund des Wegfalls der billigen Rohstoffimporte, der veralteten
    Anlagen und der mangelnden Konkurrenzfähigkeit schließen. Neben der
    Metallverarbeitung und dem Maschinenbau sind heute die
    Nahrungsmittelproduktion und der Bergbau die wichtigsten
    Industriebranchen.

    Die Hauptexportgüter Georgiens sind Fahrzeuge, Metalle und
    Metallerzeugnisse, Nahrungs- und Genussmittel und chemische sowie
    Bergbauprodukte. Wichtigste Abnehmer sind die Aserbaidschan, die Türkei
    und Armenien. Eingeführt werden vor allem Erdöl und Kraftstoffe,
    Fahrzeuge und Maschinen, Nahrungsmittel und medizinischer Bedarf.
    Wichtigste Lieferanten sind die Türkei, die Ukraine und Aserbaidschan.

    Von den rund 20 000 km des Straßennetzes sind fast 19 000 km
    befestigt. Das Schienennetz umfasst gut 1 600 km. In der Nähe der
    Hauptstadt Tiflis und in Batumi (Adscharien) befinden sich
    internationale Flughäfen. Die wichtigsten Häfen in Georgien sind Batumi
    im Süden und Suchumi im Norden.

    Währung ist der Lari (= 100 Tetri).